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Besondere Theatererfahrung war das Freilichtspektakulum “Mord auf dem Bodensee. Simon Weinzürn, der Rebell von Meersburg” (aufgeführt am Samstag, 20. Oktober und Sonntag, 21. Oktober 2007 während des Mittelaltermarktes in Meersburg am Bodensee).
Veranstaltet wurde das Spektakel von der Stadt Meersburg und MMV (Mittelalter, Mummenschanz und Völlerei, Inge und Harald Welker). Der Anstoß, anlässlich des seit einigen Jahren stattfindenden Mittelaltermarktes in Meersburg ein Drama um das Schicksal des 1460 gemeuchelten Bürgermeisters Weinzürn (eine Straße in Meersburg ist nach ihm benannt) aufzuführen, kam von Inge Welker. Durch einen guten Draht in die Welt des Mittelalters erhielt ich den Auftrag, das Stück zu verfassen (Vorgaben: nicht länger als 30 Minuten, sechs Sprechrollen). Bei so einem Angebot kann man nicht Nein sagen! An den ungemütlichen Wochenenden des Februar war es das reinste Vergnügen, sich ins spätmittelalterliche Meersburg hineinzulesen (obwohl die geschichtlichen Werke speziell zum Thema “Weinzürn” etwas rar gesät sind).
Aufgeführt wurde das Stück dann von Mitgliedern der Mittelalter-Gruppe “Autumnus Medievalis”. Die Darsteller agierten mit großem Engagement und sehr überzeugend. Ein tolles Ensemble! Schade, dass sie nicht immer Theater spielen!
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Kurz zum Inhalt: Meersburg im Jahr 1460: Simon Weinzürn agiert - gegen den Willen des Bischofs von Konstanz, des Stadtherrn von Meersburg - schon seit einigen Jahren als von der Bevölkerung gewählter Bürgermeister. Das Verhältnis zwischen Bischof und Stadt ist nicht gut. Die Stadt will selbständig und freie Reichsstadt werden. Der Bischof will das verhindern. Zwischenzeitlich hat er bereits versucht, die Stadt mit Gewalt einzunehmen und den Bürgermeister abzuschaffen. Das ist ihm nicht gelungen, Meersburg hat der Belagerung standgehalten. Da greift der geistliche Herr zu einer List: Er lenkt - scheinbar - gegenüber den Bürgern ein und bittet den Rat, seine Truppen von Konstanz her über den See durch die Stadt gegen den Grafen von Heiligenberg führen zu dürfen (der kürzeste Weg von Konstanz nach Norden führt über den See und durch Meersburg).
Bürgermeister Weinzürn geht auf das Ansinnen ein - im Bestreben, gegenüber dem Bischof Goodwill zu zeigen, das Verhältnis zum Stadtherrn auf eine solide Basis zu stellen und das letzte Hindernis auf dem Weg zur freien Reichsstadt auszuräumen.
Aber der Bischof spielt ein falsches Spiel: Kaum sind seine Truppen gelandet, bemächtigen sie sich der Stadt. Die Stadträte und Bürgermeister Weinzürn werden gefangen genommen und gefoltert, Weinzürn wenig später sogar vom Vogt des Bischofs ohne rechtmäßiges Urteil im Bodensee ertränkt.
Das Spiel ist weitgehend authentisch und beruht auf historischen Tatsachen, die Szene könnte sich so ähnlich zugetragen haben.
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Vogt und Stadtammann, Vertreter des Bischofs in der Stadt, haben die aufmüpfigen Bürger mit Truppen umstellt und den unbequemen Weinzürn in Gewahrsam genommen. Der Henker steht schon bereit ... |
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Von politischen Schachzügen versteht die vorlaute Winzersfrau nichts, aber dass die Durchzugsgenehmi- gung für die Truppen des Bischofs in die Hose gehen würde, das hat sie ja schon immer geahnt! Die hohen Herren sollten halt allemal mehr aufs Volk und den gesunden Menschen- verstand hören! |
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© Cornelia Renger-Zorn 1999-2008 letzte Aktualisierung: 19. Januar 2008 |
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Epilog zum erschröcklichen Schicksal des Simon Weinzürn:
“Damit ihr alle hier erfahret, was sich in diesen Mauern zugetragen hat. Es liegt sehr, sehr lange zurück, fürwahr. Doch es beweget immer noch die Herzen und ist wert, im Gedächtnis der Menschen zu bleiben!
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